Ort und Strand

Im Folgenden haben wir Ihnen einige Bilder und Informationen zusammengestellt zu Koserow, dem Strand und anderem, was wir bei unseren Aufenthalten auf der Insel entdeckt haben. Dabei finden Sie auch Dinge, die Sie in den üblichen Hochglanzbroschüren der Tourismusbranche nicht sehen werden. Vielleicht sind auch Anregungen dabei für Ihren eigenen Urlaub…

(Einige Bilder lassen sich durch Klick vergrößern und öffnen sich dann in einem neuen Browser-Tab.)

Der Bahnhof Koserow der Usedomer Bäderbahn (UBB) liegt am östlichen Rand des Ortes. Bis zu unserer Wohnung sind es von hier rund 950 Meter.

Die UBB (Bahn und Bus) ist neben dem Individualverkehr der wichtigste Verkehrsträger auf der Insel und insbesondere in der Hauptsaison dem Auto eindeutig vorzuziehen. Das Bahnstreckennetz verbindet Swinemünde im Osten mit Wolgast im Westen der Insel und führt weiter bis nach Züssow, Übergangsbahnhof zum Nah- und Fernverkehr der Deutschen Bahn. Von Zinnowitz auf Usedom führt eine zweite Linie über Trassenheide und Karlshagen bis nach Peenemünde im Nordwesten der Insel.

Das Bild zeigt die ab 1993 eingesetzten, modernisierten ehemaligen Leichtverbrennungstriebwagen (LVT) (Spitzname „Ferkeltaxe“) der Deutschen Reichsbahn, die ab 1999 sukzessive ersetzt wurden durch die heutigen komfortablen dieselektrischen Gelenktriebwagen (GTW). Weitere Informationen über die Angebote und Fahrpläne der UBB findet man auf www.ubb-online.com. Und wer sich für die wechselvolle Geschichte der Eisenbahn auf der Insel interessiert, die 1992 auf Antrag der Deutschen Reichsbahn wegen maroder Infrastruktur und Fahrzeugpark eigentlich vollständig aufgegeben werden sollte, findet hier einen informativen Filmbeitrag:
https://www.youtube.com/watch?v=73MoVV5NceI.


Der Ort Koserow wurde erstmalig im Jahre 1347 als Cuzerowe in einer Urkunde erwähnt und ist eine der ältesten Siedlungen mit wendischem Ursprung auf der Insel Usedom.
Koserow war urspünglich ein langgestrecktes Straßendorf. Die Hauptstraße hat heute keinen Durchgangsverkehr mehr, dieser wird südlich über eine Ortsumgehung der B111 an Koserow vorbeigeführt.

Das Bild zeigt einen Teil der Hauptstraße, Blick Richtung Westen (Seebrücke). Am östlichen Ortseingang finden Sie an der Hauptstrasse eine Tankstelle, ein Kaufhaus, einen Lebensmittel- und einen Getränkemarkt. Im weiteren Verlauf gibt es ein Cafe, mehrere Restaurants und kleinere Läden, Filialen von Sparkasse und Volksbank mit Geldautomaten und auch die Kurverwaltung und Touristen-Information.

Die Evangelische Kirche Koserow ist die älteste Kirche an der Usedomer Außenküste. Erbaut wurde sie im 13. Jahrhundert aus Feldsteinen im frühgotischen Stil. Am Turm aus dem 15. Jahrhundert lässt sich die Baugeschichte gut nachvollziehen.

Die einst flache Holzdecke wurde im 19. Jahrhundert angehoben. Der um 1500 in einer Stralsunder Werkstatt erschaffene Flügelaltar ist zum Teil erhalten. Die Taufschale und die Altarleuchter sind Messingarbeiten aus dem 17. Jahrhundert. In der Kirche hängt ein Votivschiff, gestiftet von Ückeritzer Fischern nach einer Rettung aus Seenot.
Unter dem Namen „Klassik am Meer“ finden seit vielen Jahren allsommerlich Theateraufführungen, Konzerte und Lesungen statt. Die Aufführungen des Vereins „Klassik am Meer e.V.„, gegründet von Berliner Schauspielern, genießen eine hohe Anerkennung bei Zuschauern aus ganz Deutschland und in den Medien.


An der Seebrücke liegen die historischen Salzhütten.

Die im Zeitraum 1880-1890 entstandenen reetgedeckten und fensterlosen aus Fachwerk und Lehm gebauten Hütten dienten ursprünglich als strandnahe Lagerstätten für das vom preußischen Staat steuerfrei zur Verfügung gestellte Stein- und Siedesalz, mit dem die fangfrischen Heringe gesalzen und in Fässern gelagert wurden. Als einziges erhaltenes Ensemble wurden die Salzhütten in Koserow umfassend restauriert und 1987 unter Denkmalschutz gestellt.
Heute beherbergen sie u.a. das Fischrestaurant „Koserower Salzhütte“, eine Fischräucherei und in „Uns Fischers Arbeitshütt“ das kleinste Standesamt in Mecklenburg-Vorpommern. Andere Hütten sind in Privatbesitz und dienen der Aufbewahrung von Werkzeugen und Fischernetzen.


Seit April 2019 gibt es in Verlängerung der Siemensstraße einen neuen Strandabgang.

Diesen errreichen Sie von unserer Wohnung in ca. 450 Metern über die Siemensstraße zum Aussichtspunkt „Bernsteinhexe“ und weiter nach einem kurzen Gang durch den Küstenwald. Die Stahlgittertreppe ersetzt die alte, an gleicher Stelle in die Steilküste eingearbeitete „Naturtreppe“ mit ihren unterschiedlich hohen und tiefen Stufen, die im Januar 2017 bei einer schweren Sturmflut zerstört wurde und schafft damit einen deutlich bequemeren Zugang zum Strandabschnitt 6A, dem Strand am Streckelsberg.

Es sind zwar immer noch 136 Stufen, aber nach jeweils 18 Stufen gibt es mehrere Podeste mit Klappsitzen zum Verschnaufen. Den Schlüssel für einen an die Treppe angebauten Treppenlift können körperlich eingeschränkte Menschen in der Hauptsaison gegen ein Pfand von 30 Euro in der Kurverwaltung erhalten, hier bekommen Sie auch eine kurze Einweisung in die Bedienung. Die Fahrt mit dem Treppenlift dauert allerdings ca. 8 Minuten.

Unten angekommen erwartet Sie ein bis zu 70 Meter breiter feinsandiger Strand, der sich von Ahlbeck bis Karlshagen über rund 40 Km erstreckt. Der Strand fällt sanft und langsam zum Wasser hin ab, sodass sich auch kleinere Kinder und Nichtschwimmer gefahrlos im Wasser bewegen können.


Nachdem die erst 1993 errichtete „neue“ Seebrücke von Koserow überraschend schnell baufällig geworden war und 2013 für die Öffentlichkeit gesperrt werden musste, konnte im Jahr 2021 nach mehreren Jahren Planungs- und Bauzeit die neue, architektonisch reizvolle Seebrücke eingeweiht werden. Sie reicht in Wellenform 280m in die Ostsee hinein und bietet zwei große Plattformen, die zum Sitzen und Träumen im „Sonnenuntergangskino“ bei einer Brise Ostseeluft einladen.
außerdem legen hier die Schiffe der Adler Reederei an zu Schiffsausflügen entlagn der Küste bis nach Swinemünde oder zur Rundfahrt Greifswalder Oie/Insel Ruden und Kegelrobben-Beobachtung.

Aber leider lebt auch hier der Kommerz: Die neben dem Glockenturm platzierte mobile Cocktailbar („Oscar’s“) empfinden wir persönlich mit ihrer aufdringlichen Beschallung als absolut überflüssig und nur störend. Wind und Wellen haben ihre eigene Melodie, der wir viel lieber ungestört lauschen würden!

Mit dem Glockenturm und der Skulptur „Mann mit Glocke“ auf der Seebrücke wird Bezug genommen auf die im Meer versunkene Stadt Vineta, die sich vor der Küste von Koserow befunden haben soll.

Der Sage nach ging Vineta bei einem Sturmhochwasser unter. Grund seien der moralische Verfall der Stadt, der „Hochmut und die Verschwendung der Bewohner“ gewesen. In einer der zahlreichen Varianten der Sage gab es eine Warnung: Drei Monate, drei Wochen und drei Tage vor dem Untergang der Stadt erschien sie über dem Meer mit allen Häusern, Türmen und Mauern als farbiges Lichtgebilde. Die Ältesten rieten allen Leuten daraufhin, die Stadt zu verlassen, denn sehe man Städte, Schiffe oder Menschen doppelt, so bedeute das immer den Untergang. Doch die Bewohner Vinetas kümmerten sich in ihrem Mangel an Demut nicht darum. Niemand beachtete auch die allerletzte Warnung. Einige Wochen später tauchte eine Wasserfrau dicht vor der Stadt aus dem Meer und rief dreimal mit hoher, schauerlicher Stimme:
„Vineta, Vineta, du rieke Stadt, Vineta sall unnergahn, wiel deß se het väl Böses dahn.“

(„Vineta, Vineta, du reiche Stadt, Vineta soll untergehen, weil sie viel Böses getan hat.“)

Auch heute noch sollen zu besonderen Zeiten Glocken aus den Tiefen des Meeres zu hören sein …

Sowohl auf den beiden Plattformen, als auch auf der Brücke selbst gibt es Bänke zum Verweilen. Demnächst sollen noch mindestens acht Strandkorbdrehsessel auf ihr installiert werden. Die großen Freiflächen laden ein, um den Sonnenuntergng zu beobachten und können auch für kleinere Konzerte genutzt werden. Das Brückengeländer und die Sitzstufen sind mit LED-Bändern beleuchtet, so dass die „hölzerne Welle“ auch bei Nacht beindruckend auf sich aufmerksam macht.